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Studenten-„Proteste“ – faulenzendes Rumgelungere im Zeichen der Weltrevolution

7. Januar 2010

Sie campieren in den Hörsälen und machen den Unterricht unmöglich. Nur all zu selten werden die „Besetzungen“ mit Polizeigewalt aufgelöst. Leider! Zumeist wird das alberne Schauspiel geduldet. Sobald es aber doch zur Auflösung der so genannten „Proteste“ kommt, findet man die befreiten Universitäten nahezu verwüstet. Denn dieser Mob hat keinerlei Ziele oder Bestrebungen, vielmehr ist es eine Möglichkeit für die „Berufs-Revoluzzer“ zu schreien, zu marodieren und zu feiern – Abbruch-Party in der Uni.

Solche „Banausen“-Aufstände planen gar keine Lösungen oder wirklichen Vorschläge ein – weiter als Hausfriedensbruch geht es kaum. Denn die „jungen Aktiven“ von heute sind „Protest-Nomaden“! Heute skandieren sie gegen „Umweltverbrechen“, morgen gegen die Globalisierung und übermorgen? – Da muss abgewartet werden welches „Problem“ auch immer Konjunktur haben wird.

Es sind aber auch immer wieder die Gleichen! Die an allen Fronten kämpfen! Immer vorne mit dabei! „Spaß-Demonstrating“ im „multitasking“ Verfahren – just for fun! Denn Protest ist ihr Hobby! Und je mehr man macht, desto schöner ist’s auch! Und so tuns dann alle brav und schreien und demonstrieren fleißig, nur zum Nachdenken kommt leider keiner – viel zu beschäftigt mit dem Protestieren sind ja alle.

Werte hingegen stehen zur Disposition! Die Achtung vor dem Eigentum anderer fehlt gänzlich und von einer „Protestkultur“ kann nicht die Rede sein. Denn der Protest, der im Kampf gegen die Ungerechtigkeit seinen Ursprung hat, wird jetzt inflationär zur Show-ähnlichen Dauerbeschallung umfunktioniert; zur Selbstdarstellung all derer, die zu Argumenten und einem zivilisierten Einsatz für die eigenen Ziele, unfähig sind. Der Protest als Show – für sich selbst, wie auch für die Zuschauer – gemacht.

„Doch die Ziele! – die Ziele der Studenten, die sind ja gut!“, hört man von allen Seiten. Aber ob der Grad der Überforderung bei den Studenten tatsächlich so hoch ist, wie behauptet oder ob es nicht lediglich eine Enttäuschung derer ist, die sich diese Zeit als große Sause ausmalten, bleibt dahingestellt. Und was die Gebühren anbetrifft, die meisten Bundesländer haben gar keine eingeführt oder wie im Falle Hessens sie bereits wieder abgeschafft. So kann man gegen die ungeliebte „Lern-Steuer“ „mit den Füßen abstimmen“ und in einem anderen deutschen Bundesland weiterstudieren. Schließlich ist aber jedem, der sich auch nur sporadisch mit Politik auseinandersetzt bewusst, dass der von der GESAMTEN Europäischen Union getragene Bolognaprozess – von den „Protestlern“ heiß gehasst – nicht so einfach umzukehren ist!

Der Protest ist entgegen den Parolen globalisiert und standardisiert. Es werden im Fernsehen aufgeschnappte Leitsprüche skandiert und Stellungnahmen gegeben, die bereits allenthalben waren. Im Fließbandverfahren! Eine mediale Inszenierung mit pathetischem „Peace-Zeichen“ und abgeguckten Sitzstreiks! – Dabei wird medienwirksam jeder einzelne von der Polizei hinausgetragen! Händchenhaltend und im Kreis auf dem Boden lungernd in den Uni-Krieg des 21. Jhdt.

Von ihren „Anführern“ werden die studentischen Proteste kurzerhand mit allerhand hanebüchenen Zielen verknüpft! Da darf man sich nicht wundern, wenn man kam, um gegen die Studiengebühren zu demonstrieren. Sich dabei aber umgeben von einer für die Steinigung aller Kapitalisten und die Auflösung des Schurkenstaates Bundesrepublik Deutschland skandierenden Masse wieder findet. Und man fragt sich ob man nun eben auch dafür demonstrieren war. Oder, ob man gerade nicht viel mehr für „Werte“ vereinnahmt wurde, die man eigentlich gar nicht teilt.

Der Studentenprotest ist ein Zusammenschluss aus grundsätzlich monokulturell geprägten Individuen. Wer dabei ist – ist links! Darauf hat man sich selbst eigentlich gar nicht eingelassen, aber man hat gerade mitskandiert und mitdemonstriert – nach dem Motto: „Mitgefangen – Mitgehangen“.

Für die meisten ist der Protest grundsätzlich eine Möglichkeit zu protestieren. Protest um des Protestes willen! Und weil es doch viel interessanter ist zu demonstrieren, als dem Unterricht folgen zu müssen. Und weil man sich als Demonstrant so fühlen kann, wie die Wilden 68ger. Und man darf alternativ sein – ja und da gehört eben ein waschechter Protest dazu! Da beschmiert man schon mal – weil’s so schön ist – die Wände und stapelt die Stühle zu „Bergchen“ zusammen.

Die Lösung lautet – Auflösung der Unibesetzungen! Wenn die Spaßgeneration zum Protest lädt – dann sollen sie ihrem „Ärger“ Luft machen – aber bitte außerhalb des Campus’. Denn das ist Hausfriedensbruch! Und unbegründete Zerstörung, Entwertung der Universität, dieser traditionellen und doch ehrenvollen Einrichtung. An Ehrfurcht mangelt es den Protestisten allemal. Da muss reagiert werden! Die Polizei muss die „Revoluzzer“ aus den Unigebäuden entfernen! – Die Protestierenden fordern immerzu eine sinnvolle Verwendung ihrer Gebühren, nun werden sie benötigt um die „Sauerei“ zu bereinigen, welche marodierende Haufen hinterließ!

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13 Kommentare leave one →
  1. georg permalink
    7. Januar 2010 18:40

    eigntlich sollte man einen text mit diesem stammtischniveau eher nicht kommentieren, weil die chance auf einen diskurs sehr gering ist- aber

    ich habe die protestbewegung als gut strukturierte gruppe erlebt, die klare ziele formuliert und auch kommuniziert… die gesprächskultur mit politikern oder im plenum war vorbildlich… einziger fehler: die ziele waren eher zu bürgerfern – freier bildungszugang muss jedem/jeder einleuchten, aber bei bolognaprozessen oder barrierefreien unis steigen dann viele leute doch wieder aus… daher auch die geringe unterstützung von bildungsfernen schichten, die erwiesenermaßen „intellektuelle“ sowieso nicht sonderlich gerne mögen…

    du solltest den satz „bildung statt ausbildung“ reflektieren, dann wird dir einiges klar – aber davon gehe ich nach diesem text mal nicht aus… den würde nämlich sogar mölzer oder strache als undifferenziert, populisitisch und fern von jeder metaebene bezeichnen…

    • georg permalink
      7. Januar 2010 18:49

      obwohl du eher aus deutschen landen bist und wir deshalb verschiedene blickwinkel auf diese bewegung haben, weil ich die vorgänge in deutschland nicht beurteilen kann…

    • 7. Januar 2010 19:10

      Nichts für ungut du intelligenter, „differenziert, unpopulisitischer und in jeder Metaebene drinsteckender“ junger Mensch, aber da „deine“ Meinung und „deine“ „Standpunkte“ schon mehr als banal bezeichnen kann, haben wir für dich und deinesgleichen bereits einen Text vor längerer Zeit verfasst.

      Denn für solch „frische“ und „aufgeweckte“ junge Menschen kann man Jahre-alte Kommentare und Texte einfach im „copy and paste“ Verfahren „recyclen“

      „Waren Sie schon mal an diesem Stammtisch? An diesem einen besagten? Sicherlich kennen Sie Stammtische. Sie sind doch auch an dem einen oder anderen beteiligt. Sie treffen sich mit einigen Bekannten in Ihrer Lieblingskneipe zu einem bestimmten Wochentag.“

      Sie, Sie Spießbürger, Sie!

      https://freidemzen.wordpress.com/2009/11/02/sie-sie-spiesburger-sie/

      Hochachtungsvoll, Nikita

      • georg permalink
        8. Januar 2010 12:01

        ja da haben wir unterschiedliche meinungen… eindeutig, auch ihre argumentation ist mir recht vertratut – nur was mich schon interessieren würde: wissen sie eigentlich wofür man “ “ also anführungszeichen tatsächlich benutzt? hab ich mich jetzt spontan gefragt, weil in ihrer antwort doch einige vorkommen… zum verlinkten text kann ich noch nichts sagen – muss ich mir durchlesen

        stammtisch ist eine metapher – eigentlich nicht so unbekannt… aber sprache scheint ja nicht so wichtig zu sein

  2. Hanswurst permalink
    10. Januar 2010 10:27

    Schade, da sind ein paar wahre Dinge in diesem Text, z.B. das nicht wenige der führenden Besetzer das anscheinend als ihren Hauptberuf sehen und das die Ziele in der so formulierten Form völliger Bullshit sind, und dann schiesst der Author doch wieder völlig übers Ziel hinaus. Zu behaupten, bei allen Besetzungen wäre Sachbeschädigung begangen, ist schlichtweg falsch. Hier unterschwellig zu behaupten, die gesamte Bewegung währe nur eine hippe Mode-Erscheinung, ist auch falsch, denn die Probleme gibt es wirklich und die Reform ist wirklich ein Schuss in den Ofen. Den Vogel schiesst der Author dann jedoch mit seiner Rethorik ab. Reaktionär und unreflektiert. Schade Schokolade.

  3. Bloody Mary permalink
    10. Januar 2010 11:23

    Durch SOSheimat.wordpress.com bin ich auf diese Seite gestoßen. Muß mir erst eine Meinung darüber bilden. Wünsche den Betreibern aber besonnene Kommentarschreiber und keine Streithanseln. Viel Kraft.LG.

  4. 11. Januar 2010 20:28

    @Nikita
    Hast du überhaupt schon mal bei einem der Plena vorbeigeschaut? Hat nicht den Anschein, denn sonst wüsstest du, dass dort in erster Linie nachgedacht wird, diskutiert wird und Lösungen gesucht werden! Außerdem kann beim Protestieren von Spaß keine Rede sein, das ist verdammt Kräfte zehrend! Und wer redet hier bitte von mehreren Fronten? Wir haben nur eine Front: die Bildungsfront!!!
    Man sollte sich erstmal selbst ein Bild vor Ort machen, bevor man vorschnelle Urteile trifft bzw wohl eher daneben trifft.

    • 11. Januar 2010 20:58

      Tatsächlich habe ich bei einem „der Plena“ nicht nur vorbeigeschaut sondern war die ganze Schmieren-Veranstaltung dort. Und zwar an der Universität Stuttgart. Nicht nur, dass die völlig inkompetenten „Veranstalter“ keinerlei ernsthafte Vorschläge hatten – da wurde nur geredet wie „beschissen“ alles ist – noch dazu wurde alles untermalt, durch die lautstark geäußerte Euphorie der „Spaß-Demonstranten“.
      Denn eine junge – stark alkoholisierte – Dame forderte das gesamte Plenum dazu auf sich draußen zu treffen. Dort habe sie Bier vorbereitet und man könne dort noch was „reißen“.

      Diskutiert wurde dort gar nicht, da die meiste „Redezeit“ großzügig mit „Ähh’s“ und „Öhh’s“ ausgefüllt werden musste. Somit war ein Nach-/Hinterfragen sinnlos. Denn keiner der Beteiligten hatte eine Ahnung…

      Also, kurz gesagt ich spreche aus Erfahrung. Und die von mir geschilderten Anschauungsobjekte sehe ich jeden Tag!

      Hochachtungsvoll Nikita

  5. 16. Januar 2010 07:00

    die protestbewegung ist völlig verständlich. würde man den studierenden zumuten wollen, neben dem erweitern des eigenen bewusstseins auch noch was zu lernen oder zu leisten: wie sollen sie dann je „50 pro semester“ schaffen können?

    http://bluthilde.wordpress.com/2009/12/10/zensurskandal-gegen-proletariat-7-lieber-studis-im-bette-als-minarette/

  6. Steffi permalink
    2. Juni 2010 21:00

    Ich habe den Bildungsstreik zunächst als eine sinnvolle Aktion angesehen, musste aber nach einigen Tagen erkennen, dass viele der Forderungen und Diskussionen lächerlich sind. Sachen wie „veganes Essen in der Mensa“ mögen zwar vielleicht für manche Mensche wichtig sein, gehören aber nicht zum Bildungssektor, soweit mir das bekannt ist. Außerdem wurden viele Plena durch absolut lächerliche Diskussionen, wie beispielsweise über die Frage, ob ein Konsum von Drogen im besetzten Audimax gestattet werden sollte oder, überschattet. Schade eigentlich… Man müsste an der Universiät nämlich viele Dinge verbessern…

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