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Multi-Kulti hat ausgedient!

23. November 2009

Multi-Kulti hat ausgedient! Das haben zumindest diejenigen kapiert, denen die Mehrheitsgesellschaft das Konzept multikulturellen Zusammenlebens immer aufgedrängt hat. Die algerischstämmigen Franzosen in Paris sind eben doch eher Algerier als Franzosen und feiern dann auf „ihre“ Weise „ihre“ Nationalmannschaft. Der algerische Freudentaumel ist natürlich nur eine kleine Episode der Banlieue-Auseinandersetzungen, bei der immer mal wieder ein paar Automobile dem Zwecke dienen, das Konzept des sozialen Brennpunkts zu verbildlichen. Es geht dann sicherlich nicht um „Jugendliche“, die sich gegen übertrieben autoritäre Obrigkeit durchsetzen müssen, sondern letztlich um das Scheitern der europäischen multikulturellen Idee, hier am Beispiel Frankreichs zu erkennen.

Denn für den Multi-Kult bedarf es der Möglichkeit, diese vereinbaren zu können, und auch der Bereitschaft, mehrere Kulturen im Zusammenleben zu begrüßen und.

Wer will das aber?

Der Multi-Kulti-Befürworter kann es nicht, denn er verehrt zwar alle fremden Kulturen, neigt in gewissen Fällen zur exotistischen Manie, interessiert sich aber nicht für oder verachtet sogar die inländische, einheimische Kultur und fordert ihre Zerschlagung. Ein Teil von Zuwanderern will die neue Kultur adaptieren, da sie es als Vorraussetzung eines Zusammenlebens erachten, werden aber von den Multi-Kultis vor den Kopf gestoßen. Und der andere Teil an Zuwanderern verfolgt das natürliche Wesen der Tradition und verharrt in der alten Kultur, auch im neuen Land, begibt sich also in die vielzitierte „Parallelgesellschaft“. Der kulturell bewusste Einheimische wird vor allem auf den Bestand der eigenen Kultur Wert legen. Und der Vernünftige sollte verstanden haben, dass ein problemloses Beieinander der Kulturen eben doch Utopie bleibt.

Doch in der Realität gibt es vor allem die harmoniesüchtige Mehrheit, die sich in Politik und Medienlandschaft repräsentiert findet.

Der Begriff „multikulturell“ selbst findet sich nicht mehr so häufig in der tagesaktuellen Presse, denn er könnte nicht nur angenehme Assoziationen erwecken – vielmehr scheint er selbst schon verpönt.

Fakten, die dem multikulturellen Gedanken entgegenstehen, können zwar kaum unterdrückt werden, müssen aber auf die ein oder andere Weise ins Gegenteil verkehrt oder schön gelogen werden. So gleicht der Multi-Kulti-Traum einem Boot auf hoher See, das schon längst leck geschlagen hat. Und auch in Deutschland tut sich immer wieder ein neues, kleines Leck auf.

Wie hier zum Beispiel.

Denn:

Deutsche Türken wollen türkisch bleiben

Wenn solche, die Integrationshoffnungen zerstörenden Meldungen die Runde machen, arbeiten Politik und Journalismus Hand in Hand, denn hier geht es um das hehre Ziel der multikulturellen Gesellschaft.

Der Politiker steht mit dem Eimer an der Reling und schüttet das eingelaufene Wasser eifrig zurück ins Meer.

So auch Frau Barbara John von der CDU, auf die im oben verlinkten Artikel verwiesen wird:

[Sie] rief dazu auf, den Wunsch nach Bewahrung der eigenen Kultur zu respektieren

Die völlige Abschottung in eigene Gemeinschaften, beschönigend auch „Communities“ genannt, wird also umgedeutet in ein harmloses Beibehalten der Traditionen und die Bringschuld liegt bei der sogenannten Mehrheitsgesellschaft.

Die Journaille steht wiederum bis zu den Fußknöcheln im Wasser, und gibt sich trotzdem alle Mühe, das Leck zu stopfen, zum Beispiel mit der Beschwörung einer vollbrachten Integration, wie zum Beispiel in dieser Meldung der „Welt“ über die immer „konservativeren“, im Klartext, fremden Werte vieler Türken in Deutschland:

Türken in Deutschland sind formal besser integriert als häufig angenommen

Die deutsche Presse ist besorgt, über Integrationserfolge zu wenig oder falsch informiert zu haben. Dann werden Dinge in den Raum gestellt, die weder wahrgenommen werden, noch faktisch nachprüfbar sind. Und gebetsmühlenartig wiederholt werden müssen.

Um zum Bild mit dem Boot zurückzukommen: Die Frage ist, was mit den Insassen des Bootes geschieht. Wechseln sie auf ein neues Boot (vielleicht bleibt das den besonders Klugen, Politikern und Journalisten vorbehalten) oder gehen sie mit dem leckgeschlagenen Multi-Kulti-Boot unter?

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4 Kommentare leave one →
  1. Z wie Zonk permalink*
    23. November 2009 23:51

    Mensch, wie ärgerlich! Gerade flüstert mir Google, dass ich Bundes-Angie doch glatt den Aufhänger geklaut habe. „Multi-Kulti hat ausgedient“. Aber sowas markiges kann ja nur VOR Wahlen kommen.

  2. Bloody Mary permalink
    10. Januar 2010 12:27

    Die Kehrseite: Ein mir bekannter Türke aus der Westtürkei, der schon sieben Jahre in Salzburg lebte, ging wieder in seine Heimat zurück. Er und seine Frau, sowie das hier geborene Kindergartenkind, sprachen einwandfrei Deutsch mit österreichischer Färbung. Das Ehepaar verdiente gut. Was paßte ihnen also nicht in Salzburg? O-Ton des Türken:“ Hier ist es uns zu rückständig moslemisch geworden!“ Die Landsmänninnen aus Anatolien sahen seine Frau schief an, weil sie kein Kopftuch und keinen zehenlangen Mantel trug. Die männlichen Türken verspotteten ihn, weil seine Frau ohne Kopftuch an seiner Seite ging, und nicht ein paar Schritte hinter ihm. Alles Dinge, die dem Paar in der Westtürkei nicht widerfahren. Gut und tröstlich zu wissen: dahin können wir auswandern, wenn es uns auch zu „rückständig moslemisch“ in unserer „christlichen“ Heimat wird.

  3. 21. Februar 2011 11:39

    Erst wenn die Menschen in den unterdrückten und ausgeplünderte Ländern ihre ideale Zukunft nicht mehr in den kapitalistischen Ländern des Westens sehen, sondern lernen diesen kritisch zu hinterfragen; nämlich als die eigentliche Ursache „IHRES“ Elends sind diese reif für die „Nationale-Unabhängigkeit“ !

Trackbacks

  1. Multi-Kulti hat ausgedient! « SOS – ÖSTERREICH

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